„Man sieht, was man gemacht hat!“

Max aus Gießen // Abitur

Max aus Gießen // Abitur

Max aus Gießen // Abitur

Welche Hobbies hast Du und was machst Du in deiner Freizeit?

Ich treibe viel Sport, früher in vielen Vereinen; am liebsten Ballsportarten Fußball, Handball, Basketball, wo es auf gute Einzelleistung, aber auch auf das ganze Team ankommt.

Golf habe ich auch mal eine Zeit lang gespielt. Im Moment konzentriere ich mich auf die Meisterprüfung und sehe das als meine sportliche Herausforderung. Hauptsächlich unternehme ich daher am Wochenende was mit Freunden, wenn alle zu Hause sind. Mit Joggen halte ich mich regelmäßig fit.

Wie bist Du darauf gekommen, Dachdecker werden?

Mein Opa war schon Dachdecker und mein Vater führt den Betrieb heute.
Als das Abitur näher rückte wurde mir klar, dass ein Studium für mich nicht das richtige sein würde und ich lieber eine Ausbildung zum Dachdecker machen will.

Was macht Dir am Dachdeckerberuf am meisten Spaß?

Meine ganze Ausbildung war immer mit besonders viel Lachen und Spaß an der Arbeit verbunden. Der Kontakt insbesondere zu den Altgesellen war eine Kombination aus Spaß haben und lernen. Da haben die Stories aus deren Lebensgeschichten und aus langjähriger Berufserfahrung sehr zu beigetragen, das war lehrreich und trotzdem brachten mich die Geschichten oft zum Lachen. Man muss halt auch Humor haben.

Das allerschönste ist für mich jedoch, dass man abends genau sieht, was man gemacht hat. Ich freue mich jedes Mal darüber und bin stolz darauf.

Welche Vorteile bietet Dir der Dachdeckerberuf für Deine Zukunft?

Wenn man will und sich anstrengt, bietet der Beruf Dachdecker gute und vor allem schnelle Aufstiegsmöglichkeiten, bis hin zur Führungskraft in nur wenigen Jahren.

Ich selbst habe nicht im „eigenen Betrieb" gelernt und konnte durch mein Abitur auf 2 Jahre Lehrzeit verkürzen. Da ich in der Zwischenprüfung Prüfungsbester war, konnte ich auf nur noch insgesamt 1,5 Jahre Ausbildungszeit verkürzen. Ich habe das alles sehr gerne gemacht und wurde direkt nach meiner Ausbildung Landessieger des Berufswettbewerbs in Hessen und dritter Bundessieger 2016 im Deutschen Dachdeckerhandwerk.

Mir machen Wettbewerb und Leistung Spaß, ich habe mich nach der Gesellenprüfung auf der Bundesfach- und Meisterschule Mayen angemeldet. Das heißt, dass ich vom Ausbildungsbeginn bis zum Meistertitel weniger als drei Jahre brauchen werde.

Aber auch wenn das mal ein Jahr länger dauern kann, daran sieht man, wie schnell man im Dachdeckerhandwerk Karriere machen kann.

Welche Aspekte gefallen Dir an deinem Beruf am besten?

Man „bewegt" etwas. Eine der schönsten Baustellen ist daher aus meiner Sicht die klassische Umdeckung. Da sieht man schnell Fortschritte, wenn man morgens mit dem Rückbau beginnt ist am Abend das komplette Dach abgedeckt und mit einer neuen Unterspannbahn und Traglattung versehen. Am nächsten Tag kommt das neue Material aufs Dach, zum Beispiel Ziegel. Da kannst Du daneben stehen und zusehen, wie alles fertig wird.

Wenn das Dach dann fertig ist und man Monate oder Jahre später vorbei fährt, erinnert
man sich immer gerne an die Arbeit und die lustigen Momente mit den Kollegen.

In welcher Sparte willst Du einmal tätig sein?

Wie es jetzt aussieht, werde ich in nächster Zeit nach dem Meister in einem
Dachdeckerbetrieb eine führende Position übernehmen. Was in 30 Jahren ist, kann man, denke ich, heute noch nicht sagen. Ich muss mir aber als Dachdecker keine Sorgen machen.

Welche Voraussetzungen muss man als Dachdecker/in mitbringen?

Handwerkliches Geschick oder wenigstens Spaß daran etwas zu Bauen oder sich körperlich zu betätigen ist eine Voraussetzung, ein gewisses technisches Verständnis sollte auch vorhanden sein. Man ist immer an der frischen Luft, das ist großartig, natürlich ist Höhenangst ist nicht von Vorteil. Aber man lernt alles, jeder fängt mal an.

Was würdest Du Deinem Freund/Freundin raten, der/die Dachdecker/in werden will? Dein ganz persönlicher Tipp: wie läuft es am besten?

Versuche es besser zu machen als Andere und steigere Deine Leistung mit der Zeit.

Ordne Dich am Anfang unter und sei nicht frech zu den Gesellen und anderen Kollegen. Die können Dir eine Menge beibringen.

Am meisten Spaß macht es, wenn Du nicht nur daneben stehst, sondern versuchst mit zu denken. Wenn Du z. B. überlegst, „welches Werkzeug braucht der Geselle als nächstes?" und es ihm dann schon anreichst, bekommst Du sehr schnell Anerkennung und Respekt. Somit macht die Arbeit dann noch mehr Spaß.

Natürlich gibt es auch Aufgaben, die nicht so spannend sind. Das ist wichtig, denn man lernt daraus. Ich versuche die immer so schnell wie möglich zu erledigen damit ich wieder eine neue, schöne Aufgabe bekomme.

Was ist sonst noch wichtig zu wissen, wenn man sich für den Dachdeckerberuf interessiert? Und was möchtest Du noch sagen?

Wenn jemand noch nicht weiß, was er nach der Schule machen soll, dann würde ich raten es als Dachdecker zu versuchen. Da stecken viele Chancen drin. Man kann ja erst mal ein Praktikum machen.